In der Apotheke
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Frisch aus dem Druck:

Im Geest-Verlag jetzt erschienen:

 “Weihnachten in der Apotheke”

Drei kleine Geschichten, die auf die Adventszeit einstimmen wollen.

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Kleiner Engel
große Sorgen

In der kleinen Apotheke nahe der Schule ging es nicht mit rechten Dingen zu. Jeder im Ort konnte sehen, dass dort bis tief in die Nacht das Licht brannte. Man wusste, dass der Apotheker ein sehr fleißiger Mann war, vielleicht arbeitete er ja bis spät in die Nacht hinein.

Doch es gab da noch etwas, dass alle wussten: Der Apotheker war zumeist ganz alleine im Laden und redete mit sich selber, was nicht ohne Folgen blieb.

Die Kinder des Dorfes standen oftmals vor der Schaufensterscheibe der Apotheke und beobachteten ihn. Sie machten sich lustig über ihn und seine Selbstgespräche. Und wenn er nicht hinsah, fuchtelten sie wild mit den Händen in der Luft herum, wie er es so oft in seiner Gedankenverlorenheit tat.

Am schlimmsten war es um die Mittagszeit, wenn geschlossen war. Die kleine Apotheke wurde manchmal zu einer Theaterbühne. Anstatt rechtzeitig zum Essen nach Hause zu gehen, tummelten sich die Kinder vor dem Laden.

„Der tanzt ja!“ gackerte Lisa als sie sah, wie der Apotheker von einem Bein auf das andere hüpfte.

„Wie Rumpelstilzchen!“ prustete Sven.

Was die Kinder lustig fanden, machte den Erwachsenen Angst.

„Wir können doch unsere Medikamente nicht mehr bei so einem kaufen!“ tuschelten sie.

„Und unsere Kinder können wir dort auch nicht mehr hinlassen! Wer weiß ...“

So wurde es bald stiller in der kleinen Apotheke. Immer seltener kamen Kunden...

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